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Neues Einsatzfahrzeug bei der FF Kramsach

Ein neues Löschfahrzeug...oder doch eher ein Rüst?...ergänzt seit 20. Oktober 2020 den Fuhrpark der FF Kramsach

Nach knapp drei Jahren Vorbereitungszeit, unzähligen Besprechungen des Fahrzeugausschusses und jeder Menge kostbarer Nerven war es am 20. Oktober 2020 endlich so weit. Die FF Kramsach konnte ihr neues LFB-A (Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung und Allradantrieb) laut Tiroler Baurichtlinie bei der Firma Rosenbauer in Linz/Leonding entgegennehmen. Aufgebaut wurde das Fahrzeug auf einen MAN TGM 16.290 mit Allradantrieb. Der Aufbau selbst kommt aus dem Hause Rosenbauer und ist in vielen Belangen baugleich mit dem bereits bei der FF Kramsach vorhandenen TLFA 3000/200 auf MAN TGM 18.340 aus dem Jahr 2014.

Bereits im Herbst 2017 wurde ein eigens für dieses Fahrzeug aufgestellter Fahrzeugausschuss gegründet. Das Vorgängerfahrzeug, ein LFB-A auf Mercedes 917 aus dem Jahr 1988 musste nach über 30 Dienstjahren gegen ein neues, dem Stand der Technik entsprechendes Fahrzeug ersetzt werden. In diesen 30 Jahren meisterte dieses Fahrzeug unzählige technische Einsätze, schwerste Verkehrsunfälle auf der A12 und den Straßen in der Region sowie Brandeinsätze mit Bravour. Nicht umsonst trug es den Funkrufnamen RÜST KRAMSACH. Da die technischen Einsätze immer mehr zunahmen, wurde die Beladung dieses Fahrzeuges laufend erweitert. Deshalb wurde der Fahrzeugausschuss damit konfrontiert, ein Fahrzeugkonzept zu erstellen, welches die umfangreiche technische Ausrüstung sowie die bestehende Ausrüstung für Brandeinsätze berücksichtigt.

Die Wahl des Fahrgestelles wurde aufgrund der Zufriedenheit und einheitlichen Bedienung mit dem TLF auf MAN TGM relativ schnell gefällt. Größerer Diskussionen bedurfte es allerdings beim Aufbaukonzept sowie der Beladung. Nach zahlreichen Fahrzeugbesichtigungen, unzähligen Besprechungen sowie einigen Hürden konnte das Fahrzeug im Frühjahr 2019 mit Unterstützung der GemNova EU-weit ausgeschrieben werden.

Die Firma Rosenbauer, welche sich als einzige an der Ausschreibung beteiligte, wurde in weiterer Folge mit dem Aufbau eines LFBA auf MAN TGM Fahrgestell beauftragt.

Im Juni reisten einige Mitglieder des Fahrzeugausschusses nach Oberösterreich zur Rohbaubesprechung. Dabei ging es vorrangig darum, das gesamte erforderliche technische Material sowie die nötige Pflichtbeladung sinnvoll auf das Fahrzeug aufzuteilen. Nach positiven Gesprächen mit dem LFV Tirol konnte hierbei ermöglicht werden, sehr platzintensive Pflichtbeladung wie z.B. B-Schläuche auf eine Haspel am Heck des Fahrzeuges zu verladen.

Aufgrund der strengen CoV19 Verordnungen fuhren schlussendlich am 20. Oktober 2020 4 Mann nach Leonding, um das neue Fahrzeug in Empfang zu nehmen.

Da das LFB einerseits im technischen Einsatz als Ergänzung zum vorhandenen RLF-A 2000 (Bj. 2000) fungiert und andererseits im Brandeinsatz die Wasserversorgung für TLF und RLF sicherstellt, wurde neben der Pflichtbeladung eine erweiterte technische Ausrüstung verbaut. So verfügt das Fahrzeug neben einem Greifzug, einer Motorsäge und einem Hebekissensatz über eine Fahrzeugseilwinde, einen kompletten hydraulischen Rettungssatz (elektrisches Hydraulikaggregat, Schere, Spreizer, 2 x Zylinder, Pedalschneider), ein tragbares akkubetriebenes Hydraulikaggregat, eine LKW-Rettungsplattform, eine mobile Sichtschutzwand, verschiedenstes Unterbaumaterial, VU-Kleinmaterial, zwei tragbare Stromerzeuger ( 14 kVA und 2 kVA), Decken- und Grabenstützen, eine tragbare Motorseilwinde, 2 Stück Büffelheber, ein Be- und Entlüftungsgerät, eine Dieselumfüllpumpe, mehrere Auffangbehälter, Abdichtungsmaterial für Tanks, Ölbindemittel, einen Motortrennschleifer, eine Akku-Kettensäge, Werkzeug zur Türöffnung, diverse Akkukleingeräte, Schiebe-, Steck- und Strickleiter, Schwimmwesten und Wurfleinen sowie eine umfangreiche Ausrüstung für die technische Menschenrettung aus Höhen und Tiefen (Auf- und Abseilgeräte, Absturzsicherung, Schleifkorbtrage und Spineboard).

Weiter wurde das Fahrzeug für Brand- und Wassereinsätze mit einer Einmann-Schlauchhaspel für 8 B-Schläuche (160 m), einer Tragkraftspritze (TS15), Schlauchtragekorb und Schlauchpaket, Atemschutzausrüstung, 2 Tauchpumpen, Gas- und Wasserschieberschlüssel, einem Standrohr,  mehreren Kleinlöschgeräten, einer umlaufenden LED Umfeldbeleuchtung und einem dreh- und schwenkbaren Lichtmast in LED-Ausführung ausgestattet.

Aufgrund der genannten Beladung wird das Fahrzeug in Zukunft bei folgenden Einsatzstichworten als erstes Fahrzeug der Feuerwehr Kramsach ausrücken: Person eingeschlossen, Sturmschaden, Menschen- sowie Tierrettung.

Zusammengefasst konnte mit der Indienststellung des neuen LFBA erneut ein Fahrzeug im Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr Kramsach modernisiert und gleichzeitig für zukünftige Herausforderungen fit gemacht werden.
Die Gesamtkosten des neuen Fahrzeuges wurden von der Gemeinde Kramsach – abzüglich der Förderung durch den Landesfeuerwehrverband Tirol – übernommen.
Zum Anschluss gilt der Gemeinde Kramsach noch ein großer Dank! Der Bürgermeister sowie der Gemeinderat haben immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Feuerwehr. Dadurch konnten in den letzten 11 Jahren fünf Fahrzeuge ausgetauscht und modernisiert werden.


Fotos sowie eine Auflistung der Beladung sind in der Rubrik Technik-Fahrzeuge-LFBA zu finden... 

 

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